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Volksstimme vom 05.12.2007

Faszination auf Gleisen:
"Die Salzwedeler Kleinbahnen"

Andreas Kühn und Guido Huwe stellen am Sonnabend ihr Buch vor

von Heike Heinrich

Vor 30 Jahren haben sich Andreas Kühn und Guido Huwe für die Kleinbahnen begeistern lassen. Die Faszination hält bis heute an. Gemeinsam haben die beiden Mitglieder der Draisinenfreunde Salzwedel nun das Buch "Die Salzwedeler Kleinbahnen" herausgegeben. Volksstimme-Redakteurin Heike Heinrich sprach mit dem Thüritzer Andreas Kühn (44) und dem Seebener Guido Huwe (44) über das Entstehen der 176 Seiten umfassenden Lektüre.

Salzwedel Volksstimme: Was verbindet Sie eigentlich mit Kleinbahnen?
Andreas Kühn: Bei mir sind es ganz persönliche Erinnerungen. Ich bin von Salzwedel aus immer mit dem Zug nach Badel gefahren. Dort haben meine Großeltern gewohnt, dann bin ich selbst dorthin gezogen. Ich finde, wenn man mit den Kleinbahnen gefahren ist, hat man ein ganz anderes Bild von den Orten erhalten. Weil man sie aus einem anderen Blickwinkel gesehen hat.
Guido Huwe: Im damaligen Pionierhaus gab es eine Arbeitsgemeinschaft "Modelleisenbahn". Andreas und ich sind da eingetreten, als wir 14 Jahre alt waren. Dort haben wir auch Leute kennengelernt, die hauptamtlich bei der Bahn tätig waren. Sie haben vom Alltag erzählt und dass der Dienst bei der Kleinbahn anders als bei der ehemaligen Staatsbahn sei. Ab 1977 haben wir dann unser Taschengeld in Fahrkarten investiert. Wir haben uns in den Zug nach Diesdorf gesetzt und Fotos gemacht. Wir haben auch früh bemerkt, dass die Dampflokomotiven unterschiedlich aussahen und verschiedene Nummern trugen.

Volksstimme: Und was hat Sie daran so fasziniert, dass Sie sich entschlossen haben, ein Buch zu schreiben?
Kühn: Eigentlich stand von Anfang an fest, dass wir darüber mal ein Buch schreiben wollen. Allerdings erst, wenn wir Rentner sind (schmunzelt).
Huwe: Die Geschichte der Schmalspurbahn um Salzwedel aufzuarbeiten, damit haben wir erst Mitte der 1980er angefangen. In der Volksstimme gab es mehrere Veröffentlichungen von uns unter der Rubrik "5 Minuten Heimatgeschichte".
Kühn: Ja, und aufgrund dieser Zeitungsartikel haben sich dann viele Kontakte ergeben, durch die wir wieder an Material gekommen sind, das uns noch fehlte.
Huwe: Wenn es nach uns gegangen wäre, würden wir wohl heute noch sammeln. Aber unser Verleger Dirk Endisch ist Mitglied bei den Dampflokfreunden Salzwedel. Als wir uns vor zwei Jahren hier im Lokschuppen kennengelernt haben, reifte die Idee, das Buch herauszugeben. Wir wollten diesen Schritt ja sowieso irgendwann einmal tun. Er hat uns sozusagen den letzten Schubs gegeben, es jetzt anzugehen.

Volksstimme: Warum widmen Sie sich gerade so intensiv den Strecken Salzwedel-Badel und Salzwedel-Diesdorf?
Kühn: Wir haben diese beiden Strecken noch im Betrieb miterlebt. Das war faszinierend. Immerhin haben sich die Kleinbahnen wie ein roter Faden durch 100 Jahre deutsche Geschichte gezogen.
Huwe: Sie müssen sich das vorstellen wie ein Museum, das in Betrieb ist.

Volksstimme: Haben Sie jetzt all Ihr Wissen in das Buch gepackt?
Huwe: Generell bringt man ein Thema nie zum Schluss. Dessen sind wir uns bewusst. Wir sind für Hinweise immer dankbar.

Volksstimme: Wenn Sie einmal grob schätzen sollen - wie viel Zeit haben Sie in das Buch investiert?
Kühn: Weit über 20 Jahre haben wir Material gesammelt, mal mehr, mal weniger. Und in dem vergangenen halben Jahr geschrieben. Die Arbeit war intensiver. Ich weiß noch, die letzten Sätze habe ich nachts geschrieben. Morgens um halb sechs war ich fertig. Aber es hat all die Jahre über unwahrscheinlich viel Spaß gemacht, sich mit der Materie zu beschäftigen.
Huwe: Ja, man hat sich beim Schreiben so in die Geschichte hineinversetzen können, als wäre man persönlich dabei gewesen.


Präsentation im Lokschuppen



  • Die Altmark wurde einst durch ein dichtes Eisenbahnnetz erschlossen. Dazu gehörten auch die Strecken Salzwedel-Dähre-Diesdorf und Salzwedel-Badel der Salzwedeler Kleinbahnen GmbH. Die Geschichte des Unternehmens begann mit der etappenweisen Eröffnung der Schmalspurbahn Salzwedel-Diesdorf zwischen 1900 und 1901. Etwa zeitgleich wurde die "Salzwedeler Kleinbahn Südost GmbH" gegründet, die 1901/02 den Verkehr auf der Meterspurbahn Salzwedel-Winterfeld aufnahm. 1921 fusionierten beide Gesellschaften. 1925 begann der Umbau der Kleinbahnen auf Regelspur. Im Herbst 1928 waren die Umspurung und die teilweise Neutrassierung der Strecken nach Diesdorf und Badel abgeschlossen. Erst 1980 wurde der Personenverkehr auf der Strecke Salzwedel-Badel eingestellt. Die Verbindung Dähre-Diesdorf hatte 1993 ausgedient. Zwei Jahre später war die Salzwedeler Kleinbahnen GmbH Geschichte.

  • Am Sonnabend, 8. Dezember, ab 16 Uhr stellen die Autoren ihr Buch im Lokschuppen Salzwedel vor. Ab 17 Uhr werden Filme über die Strecken in der Altmark vorgeführt. Am Sonnabend um 14 und 15.30 Uhr, am Sonntag um 11 und 12.30 Uhr fährt der Nikolaus vor.

  • Das Buch ist in gut sortierten Buchhandlungen sowie über den Verlag Dirk Endisch erhältlich, ISBN 978-3-936893-48-9, 26 Euro.



Druckfrisch liegt es nun vor: das Buch "Die Salzwedeler Kleinbahnen". Guido Huwe (links) und Andreas Kühn dokumentieren darin detailliert die wechselvolle Historie der Strecken Salzwedel-Badel und Salzwedel-Diesdorf.



Stichwörter: Literatur

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