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Volksstimme vom 03.03.2009

Sagen die Dampflokfreunde der Hansestadt 2011 ade?

Salzwedeler Touristenmagneten droht nach Vereinsabstimmung das Aus

von Torsten Adam

Der Stadt Salzwedel droht der Verlust eines Touristenmagneten. Der Wegzug der Dampflokfreunde aus dem historischen Bahnbetriebswerk in Richtung Niedersachsen zeichnet sich ab. Während der Jahreshauptversammlung stimmte die Mehrheit der Vereinsmitglieder dafür, 2011 die Zelte an der Jeetze abzubrechen. Einige Mitglieder haben indes die Hoffnung nicht aufgegeben, das Leben im Lokschuppen doch noch zu erhalten.

Salzwedel Die Weichen sind gestellt. Und zwar in Richtung Melbeck bei Lüneburg. Die dortige Samtgemeinde Ilmenau hat den finanziell gebeutelten Dampflokfreunden das Angebot unterbreitet, in einer Industriebrache ihr neues Domizil einzurichten. Es ist offenbar so verlockend, dass es während der Versammlung am Sonnabend den Zuschlag erhielt. Von den 35 anwesenden der insgesamt 65 Vereinsmitglieder stimmten 25 dafür, 2011 gen Niedersachsen umzuziehen.
Das Melbecker Projekt ist allerdings noch nicht in trockenen Tüchern, die dafür beantragten EU-Fördermittel noch nicht bewilligt, erklärt der 2. Vereinsvorsitzende Dirk Endisch. Er will die hiesigen Kommunalpolitiker dazu motivieren, der Deutschen Bahn Dampf zu machen, um doch noch den Verbleib in Salzwedel zu erreichen. "Bis Ostern brauchen wir was Konkretes, weil dann die Samtgemeinde Ilmenau den Förderbescheid erwartet. Wenn die hiesige Kommunalpolitik jetzt nicht handelt, ist der Zug endgültig abgefahren", setzt Dirk Endisch die Frist. Hintergrund: Der Konzern verlangt jährlich eine Miete von 20 000 Euro vom Verein (wir berichteten), investiert aber nicht in das sanierungsbedürftige Industriedenkmal. Öffentliche Zuschüsse können wiederum nicht fließen, weil der Verein nicht Eigentümer ist. Bürgermeisterin Sabine Danicke hatte vor drei Monaten nach einem gemeinsamen Besuch mit ihrem Uelzener Amtskollegen Otto Lukat im Lokschuppen die Zusage gegeben, über die hiesigen SPD Bundestagsabgeordneten Marko Mühlstein und Peter Struck bei Bahn und Bundesverkehrsministerium um eine zukunftsfähige Lösung streiten zu wollen. Dies sei aber zäh und dauere sagte sie gestern auf Volksstimme-Nachfrage. Ein Wegzug der Dampflokfreunde wäre aus ihrer Sicht für die Stadt ein riesiger Verlust.
Der Verein steht derweil vor einer Zerreißprobe. Der 1. Vorsitzende Burkhard Bohn hat angekündigt, bei der nächsten Wahl nicht mehr antreten wollen, sollte die Entscheidung pro Salzwedel ausfallen. Draisinenfreunde und die Interessengemeinschaft DDR-Löschtechnik wollen hingegen unbedingt bleiben. Sie stünden ohne Unterkunft da, zögen die Dampflokfreunde weg. "Im schlimmsten Fall müssten wir unsere fünf Fahrzeuge verkaufen, falls wir kein bezahlbares Ausweichquartier finden", sagte IG-Vertreter Lothar Meyer.


Die IG DDR-Löschtechnik fürchtet den Notverkauf ihrer Fahrzeuge, sollten die Dampflokfreunde den Lokschuppen verlassen.

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Dampflokfreunde Salzwedel e.V. Am Bahnhof 6, 19322 Wittenberge

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