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Der Prignitzer vom 13.02.2013

Ludmilla macht Sammlung komplett

Zwei Dieselloks der 70er kamen gestern im Lokschuppen in Wittenberge an

von Lisa Kleinpeter

Wittenberge Lange hatten die Dampflokfreunde im Historischen Lokschuppen Wittenberge auf diesen Moment gewartet: Gestern gegen 15.30 rollten die Streckenlokomotive V 100 und die große in der Sowjetunion gefertigte Lok der Baureihe 132 langsam auf das ehemalige Bw-Gelände. "Damit sind wir vollständig, der Lokschuppen ist voll", sagt Dirk Endisch, 2. Vorsitzender der Dampflokfreunde. "Wir haben nun so ziemlich alle Loks, die hier früher auch gefahren sind."

Im letzten Sommer ist der Salzwedeler Verein der Dampflokfreunde mit in den denkmalgeschützen Lokschuppen Wittenberge eingezogen. Zusammen verfügten beide Verbände über insgesamt 13 Loks, wovon fünf zu besonderen Anlässen noch im Einsatz sind. "Dieser Zusammenschluss war das Beste für alle. Jeder profitiert davon", meint Klaus Ludwig, Vorsitzender des Historischen Lokschuppens.

Bereits vor zwei Wochen fand eine weitere Rangierlok der Baureihe V 60 einen neuen Platz im rekonstruierten Lockschuppen. Die beiden gestern angekommenen Dieselloks aus den 70er Jahren komplettieren nun die Sammlung des Eisenbahnmuseum.

Die beiden Schienenfahrzeuge wurden von der Mitteldeutschen Eisenbahngesellschaft (MEG) in Halle als Dauerleihgabe an den Lokschuppen übergeben. In dem Konzern hatten sie ihren Betriebsdienst erfüllt. Mit der Anreise nach Wittenberge traten die beiden betagten Schienenfahrzeuge ihre wohl letzte Fahrt an.

Die V 100 rollte bereits seit 1975 mit 100 Kilometer in der Stunde durch die Landschaft. 1980 war der 60 Tonnen schwere Koloss sogar längere Zeit in Wittenberge stationiert gewesen. Die sowjetische Lok 132, Baujahr 77 hat 3000 PS und schafft 120 Kilometer in der Stunde. "In Bahnerkreisen wird sie auch Ludmilla genannt. In den 70er Jahren war Wittenberge eine Hochburg für diese Lok. Zu Bestzeiten gab es hier 50 Stück davon", schildert Dirk Endisch. Annähernd 700 Exemplare wurden früher von dem 120 Tonnen schweren Schienenfahrzeug in der Sowjetunion gebaut. In Deutschland gibt es noch 80 Stück, eines davon nun auch wieder in Wittenberge.

Die Anreise war gleichzeitig auch die letzte Fahrt der beiden Kolosse, erzählt Klaus Ludwig: "Hier sollen sie nur noch als Ausstellungsstücke dienen. Die sowjetische Lok verbraucht auf einem Kilometer etwa einen Liter Diesel. Fahrten wären somit viel zu teuer." Daher fuhren die Loks auch nicht aus eigenem Antrieb nach Wittenberge, sondern wurden von einer Elektrolokomotive mit 60 Kilometer in der Stunde aus Halle gezogen.

Bis zum kommenden Saisonstart am 30. März sollen die beiden Loks noch ihren endgültigen Platz im Museum einnehmen. "Wir sind gerade erst umgezogen und müssen einiges noch einräumen und organisieren", so Dirk Endisch.

Dann können Eisenbahnbegeisterte bis zum 26. Oktober die Dieselloks jeden Samstag von 10 bis 17 Uhr besichtigen. Ein Höhepunkt für die beiden Vereine sind die drei Dampflokfeste, die am 4./5. Mai, am 6./7. Juli und am 12./13. Oktober geplant sind. Zu diesem Anlass wird auch mindestens ein Kessel angeheizt.


Die Streckenlokomotive V 100 (l.) und die große in der Sowjetunion gefertigte Lok der Baureihe 132 sind in Wittenberge angekommen.


Klaus Ludwig (l.) und Dirk Endisch (r.) bei der Protokollübergabe der beiden Loks.


Fahrzeuge: 114 774-3, 232 500-9

Stichwörter: Neuzugang

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