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Volksstimme vom 22.10.2012

Lokfreunde sagen "Tschüss Salzwedel"

Schlussstrich nach 18 Jahren: Die letzten Loks und Waggons rollten nach Wittenberge

von Alexander Walter

Salzwedel Es ist das Ende einer Ära. Nach 18 Jahren haben die Dampflokfreunde Salzwedel ihr Quartier im alten Lokschuppen ausgeräumt. Die letzten Lokomotiven und Waggons rollten zum neuen Sitz des Vereins nach Wittenberge.

Etwas Wehmut schwang mit, als Burkhard Bohn am Sonnabendnachmittag durch die Halle des alten Lokschuppens schritt. "So sieht es also aus, wenn hier alles leer ist", sagte der Vorsitzende des Vereins der Salzwedeler Dampflokfreunde. So beiläufig dieser Satz auch fiel, markierte er doch das Ende einer 18-jährigen Vereinsarbeit der Dampflokfreunde in ihrem Quartier im ehemaligen Bahnbetriebswerk. Nach Jahren der Hoffnung auf Unterstützung der Stadt bei der Renovierung von Gelände und Gebäuden rund um den Lokschuppen ziehen die Vereinsmitglieder mitsamt ihrer historischen Lokomotiven und Waggons ins brandenburgische Wittenberge um.

Im letzten Konvoi, der auf dem Schienenweg über Stendal in die Elbestadt gelangte, fuhren zwei historische Dampflokomotiven, zwei weitere Loks und fünf Waggons. Zahlreiche Vereinsmitglieder hatten zuvor geholfen, den mehrere hundert Meter langen Zug auf die Gleise zu bringen. Andere verluden Werkzeuge und Maschinen in Lkw, die mehrmals zwischen Salzwedel und Wittenberge pendelten. Während der Ausräumarbeiten begründete Burkhard Bohn noch einmal den Entschluss der Vereinsmitglieder, in das neue Quartier nach Brandenburg umzuziehen: In der Hoffnung auf eine finanzielle Unterstützung sei der Verein wiederholt in Kontakt mit der Stadt gewesen, so Bohn. "Aber es gibt hier andere Prioritäten."

Die Stadt selbst hatte den Verzicht auf eine Unterstützung mit den bestehenden Sparzwängen begründet. Bedauerlich sei dies auch deshalb, weil zu den Lokschuppenfesten jeweils bis zu 1500 Besucher gekommen seien, sagte Burkhard Bohn.

Wittenberge habe dieses touristische Potenzial erkannt. Zudem würden die Salzwedeler dort ideale Bedingungen vorfinden. Eigens für die Lokfreunde habe die Stadt eine mitten in der Stadt liegende Brachfläche mit einem sechsstelligen Eigenanteil und EU-Fördermitteln in Höhe von zwei Millionen Euro saniert.

Die Aktivitäten würden fortgesetzt, so Bohn. Gelegenheit zum Besuch haben Fans historischer Lokomotiven bereits am nächsten Wochenende. Am Sonnabend von 10 bis 17 Uhr und am Sonntag von 10 bis 14 Uhr ist der Wittenberger Lokschuppen geöffnet.

Für den letzten Teil ihres Umzugs brauchten die Dampflokfreunde ziemlich viel Geduld. Ein gestohlenes Oberleitungskabel verhinderte die Abfahrt (siehe Seite 1). Letztlich konnte aber auch dies den Umzug nicht verhindern. Am Nachmittag rollte der Konvoi mit der Aufschrift "Die Elefantenzüchter sagen Tschüss Salzwedel" aus dem Bahnhof.


Mitglieder der Salzwedeler Dampflokfreunde stellten am Sonnabend den Konvoi der letzten Lokomotiven und Waggons zur Abfahrt nach Wittenberge bereit. Mit der Aufschrift "Die Elefantenzüchter sagen Tschüss Salzwedel" am Tender dieser Dampflok verabschiedeten sie sich aus der Hansestadt.


Fünf vor zwölf zeigt diese alte Bahnhofsuhr vor ihrem Abtransport in das neue Vereinsquartier nach Wittenberge an. Die Zeit der Dampflokfreunde in Salzwedel ist indes bereits abgelaufen.



Stichwörter: Umzug nach Wittenberge

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